Du gibst eine funktionierende Adresse ein und bekommst trotzdem eine Fehlermeldung. Sie ist nicht ungültig – sie steht auf einer Liste.
Wie die Erkennung funktioniert
Es gibt öffentlich gepflegte Verzeichnisse mit tausenden Domains von Diensten für temporäre Adressen. Manche davon liegen frei auf Entwicklerplattformen, andere werden kommerziell verkauft und laufend aktualisiert. Ein Anbieter bindet so eine Liste ein und vergleicht bei jeder Registrierung den Teil hinter dem @.
Aufwendigere Prüfungen gehen weiter:
- MX-Abgleich. Zeigen die Mailserver mehrerer verdächtiger Domains auf dieselbe Infrastruktur, werden alle zusammen erkannt.
- Alter der Domain. Erst vor zwei Wochen registriert wirkt verdächtig.
- Empfängerprüfung. Der Anbieter fragt beim Mailserver an, ob die konkrete Adresse existiert. Bei einem Catch-all lautet die Antwort immer ja – und genau das ist ein Erkennungsmerkmal.
Die Listen, um die es geht
Diese Verzeichnisse sind kein Geheimnis. Vier der meistgenutzten liegen offen auf GitHub:
- disposable-email-domains mit rund 8.200 Einträgen
- disposable mit rund 75.000
- mailchecker mit rund 56.000
- fakefilter mit rund 10.000
Wir haben am 10. August 2026 in allen vier nachgesehen: getsend.xyz steht auf keiner davon. Das erklärt, warum Anmeldungen mit unseren Adressen an vielen Stellen noch durchgehen. Es sagt aber auch, wie wenig das wert ist. Ein einziger Eintrag in einer dieser Listen genügt, und jeder Dienst, der sie einbindet, lehnt ab. Wir erfahren davon nichts, gefragt werden wir nicht, und rückgängig machen lässt es sich nur, indem man die Betreiber einzeln anschreibt.
Warum Anbieter das tun
Die Gründe sind meist nachvollziehbar:
- Mehrfachnutzung von Gratisangeboten. Wer beliebig viele Adressen hat, kann beliebig viele Testzugänge anlegen.
- Keine Erreichbarkeit. Ein Shop, der bei einem Problem niemanden erreicht, hat ein echtes Problem.
- Zustellstatistik. Adressen, die nach Tagen verschwinden, erzeugen Rückläufer – und die verschlechtern die eigene Reputation.
- Missbrauchsabwehr. Bei Bewertungen, Abstimmungen oder Empfehlungsprogrammen sind Wegwerfadressen das Werkzeug der Wahl.
Bei Bankgeschäften, Behörden oder Verträgen ist die Ablehnung schlicht richtig. Für diese Fälle ist eine temporäre Adresse ohnehin ungeeignet – wir haben das in einem eigenen Beitrag ausführlich abgegrenzt.
Warum es uns besonders trifft
Ein Punkt, der unsere eigene Lage betrifft: Wir bieten derzeit nur eine einzige Domain an. Steht die einmal auf einer solchen Liste, ist der gesamte Dienst bei dem betreffenden Anbieter unbrauchbar – dauerhaft. Anbieter mit dutzenden rotierenden Domains verlieren in derselben Situation nur einen Teil.
Das ist eine strukturelle Schwäche, keine Frage der Programmierung. Wir nennen sie hier lieber offen, als so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Was du tun kannst
- Prüfen, ob es der richtige Anwendungsfall ist. Bei einem Konto, das du behalten willst, ist die Ablehnung ein guter Hinweis.
- Eine Alias-Adresse mit Weiterleitung nutzen. Die läuft auf einer normalen Domain, wird selten erkannt und lässt sich trotzdem abschalten.
- Plus-Adressierung versuchen, sofern dein Anbieter sie unterstützt. Auch die wird gelegentlich abgelehnt, aber seltener.
- Eigene Domain. Wer eine besitzt, kann sich beliebig viele Adressen anlegen, die nirgends auf einer Liste stehen.
Und wenn du selbst ein Formular betreibst?
Eine pauschale Sperre kostet auch echte Nutzer. Zwei mildere Wege funktionieren meist besser: Verlange eine Bestätigung per Klick, statt die Domain zu prüfen – wer die Adresse wirklich nutzt, bestätigt sie. Und beschränke die Sperre auf die Stellen, an denen es wirklich weh tut, etwa kostenlose Testzugänge, statt sie auf jeden Newsletter anzuwenden.