Es gibt vier gängige Wege, eine Anmeldung zu machen, ohne die eigene Hauptadresse herzugeben. Sie werden oft in einen Topf geworfen, funktionieren aber grundverschieden.
1. Plus-Adressierung
Viele Anbieter behandeln alles nach einem Pluszeichen als Kommentar: name+shop@example.com landet in der Post von name@example.com.
Vorteile: Sofort verfügbar, keine Einrichtung, du kannst nach dem Zusatz filtern und siehst die Quelle jeder Nachricht.
Grenzen: Der Teil vor dem Plus bleibt sichtbar — wer die Adresse weitergibt, kann das Plus einfach abschneiden und deine echte Adresse verwenden. Außerdem lehnen manche Formulare das Pluszeichen ab.
Also: Gut, um Werbung zu sortieren und Quellen zu erkennen. Kein Schutz, wenn jemand es darauf anlegt.
2. Alias auf eigener Domain
Wer eine Domain besitzt, kann beliebig viele echte Adressen anlegen, die auf dasselbe Postfach zeigen. Mit einem Catch-all muss man sie nicht einmal vorher einrichten.
Vorteile: Jede Adresse ist eigenständig. Wird eine missbraucht, schaltest du genau die ab, alles andere läuft weiter. Für Außenstehende ist kein Zusammenhang erkennbar.
Grenzen: Setzt eine eigene Domain voraus, also Kosten und ein wenig Verwaltung. Und wenn die Domain klein und unbekannt ist, landet Post von ihr eher im Spam.
Also: Die sauberste Lösung für alles, was du dauerhaft behalten willst.
3. Weiterleitung über einen Dienst
Ein fremder Dienst stellt dir eine Adresse, die auf dein echtes Postfach weiterleitet. Auch wir bieten das an — mit Bestätigung der Zieladresse und einem Abmeldelink in jeder weitergeleiteten Nachricht.
Vorteile: Keine eigene Domain nötig. Deine echte Adresse erfährt der Absender nie. Abschalten geht mit einem Klick.
Grenzen: Du bist von dem Dienst abhängig. Stellt er den Betrieb ein, sind alle darüber laufenden Anmeldungen betroffen. Und Weiterleitungen bringen ein technisches Problem mit: Sie brechen die SPF-Prüfung, weil der weiterleitende Server nicht der ursprüngliche Absender ist — manche Nachrichten landen dadurch im Spam.
Also: Guter Mittelweg, wenn du keine eigene Domain hast, aber mehr willst als eine Wegwerfadresse.
4. Einwegadresse
Eine Adresse, die du dir ausdenkst, die sofort Post empfängt und nach kurzer Zeit verschwindet. Kein Passwort, keine Anmeldung.
Vorteile: Schnellste Variante überhaupt. Nichts einzurichten, nichts zu verwalten, keine Spur.
Grenzen: Nicht wiederherstellbar und nicht geschützt — wer den Namen kennt, liest mit. Bei uns ist der Inhalt nach spätestens sieben Tagen gelöscht. Und die Domains solcher Dienste stehen auf Sperrlisten, sodass manche Formulare sie ablehnen.
Also: Für alles Einmalige richtig, für alles mit Konto und Passwort falsch.
Gegenüberstellung
| Plus | Alias | Weiterleitung | Einweg | |
|---|---|---|---|---|
| Echte Adresse verborgen | nein | ja | ja | ja |
| Dauerhaft nutzbar | ja | ja | ja | nein |
| Einzeln abschaltbar | schwierig | ja | ja | entfällt |
| Eigene Domain nötig | nein | ja | nein | nein |
| Von Formularen akzeptiert | meist | ja | meist | oft nicht |
| Aufwand | keiner | mittel | gering | keiner |
Eine brauchbare Aufteilung
- Bank, Behörden, alles Vertragliche: Hauptadresse, nichts anderes.
- Konten, die du behalten willst: Alias auf eigener Domain, ersatzweise Weiterleitung.
- Newsletter und Shops: Plus-Adressierung reicht, wenn du nur sortieren willst.
- Einmalige Downloads, WLAN-Portale, Testzugänge: Einwegadresse.
Wo genau die Grenze zwischen Punkt 2 und Punkt 4 verläuft, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlicher abgesteckt.