Tracking-Pixel: wie Absender sehen, ob du geöffnet hast

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Die meisten Newsletter wissen, ob du sie geöffnet hast, wann, wie oft und mit welchem Gerät. Dafür braucht es keine Zustimmung und keine besondere Technik – nur ein Bild.

Wie es funktioniert

In der Nachricht steckt ein Bild, das kein Bild ist: ein Punkt von einem mal einem Pixel, transparent, für dich unsichtbar. Der Trick liegt in der Adresse:

<img src="https://tracking.example.com/o.gif?id=a7f3c9" width="1" height="1">

Diese Kennung ist für jeden Empfänger anders. Sobald dein Programm das Bild lädt, erfährt der Server: Empfänger a7f3c9 hat die Nachricht geöffnet.

Was dabei übertragen wird

  • Zeitpunkt der Öffnung, auf die Sekunde – und jede weitere Öffnung
  • IP-Adresse, daraus ableitbar der ungefähre Standort und der Anbieter
  • Programm und Betriebssystem über die Browserkennung
  • Die Zuordnung zu deiner Adresse, weil die Kennung eindeutig ist

Aus mehreren Nachrichten entsteht ein Muster: wann du Post liest, wo du dich aufhältst, ob du im Urlaub bist.

Der zweite Weg: markierte Links

Auch ohne Bilder wird gemessen. Links in Newslettern führen häufig nicht direkt zum Ziel, sondern über einen Zwischenserver, der den Klick protokolliert und dann weiterleitet. Erkennbar ist das daran, dass die angezeigte Adresse beim Draufzeigen nicht zum Linktext passt.

Was das mit der DSGVO zu tun hat

Öffnungsmessung ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten. Nach überwiegender Auffassung der Aufsichtsbehörden braucht sie eine Einwilligung – die Zustimmung zum Newsletter allein reicht nicht, das Tracking muss gesondert genannt werden. In der Praxis halten sich längst nicht alle daran.

Wie du es abstellst

Bilder nicht automatisch laden

Die wirksamste Maßnahme, in jedem Programm vorhanden:

  • Gmail: Einstellungen → Bilder → Vor dem Anzeigen externer Bilder fragen
  • Outlook: Trust Center → Automatischer Download → Download blockieren
  • Thunderbird: Einstellungen → Datenschutz → Externe Inhalte blockieren
  • Apple Mail: Mail-Datenschutzschutz aktivieren

Ein Hinweis zu Apples Variante: Sie blockiert nicht, sondern lädt alle Bilder vorab über einen Zwischenserver. Der Absender sieht dann eine Öffnung, aber nicht deine IP und nicht den echten Zeitpunkt. Das schützt den Standort, nicht die Tatsache der Zustellung.

Nur Text anzeigen

Viele Programme können die reine Textfassung darstellen. Dann werden weder Bilder noch markierte Links wirksam.

Eigene Adresse pro Absender

Das hilft nicht gegen die Messung selbst, aber gegen ihre Verkettung: Wenn jeder Anbieter eine andere Adresse von dir kennt, lassen sich die Profile nicht zusammenführen. Und du siehst sofort, wer deine Adresse weitergegeben hat.

Woran du erkennst, dass gemessen wird

Sieh dir den Quelltext der Nachricht an und suche nach <img mit Breite und Höhe von 1, nach Adressen mit Wörtern wie open, track, beacon oder pixel, und nach Links, die über eine fremde Domain laufen. Wie du an den Quelltext kommst, steht in unserem Beitrag zum Nachrichtenkopf.