Ein Dienst, bei dem jede beliebige Adresse ohne Anmeldung sofort Post empfangen kann, ist für Spammer eine Einladung. Wir halten es deshalb für richtig, offen zu erklären, was wir dagegen tun – und ebenso offen, wo unsere Möglichkeiten enden.
Das Grundproblem
Ein offener Maildienst hat zwei Angriffsflächen. Die erste ist der Eingang: Wer eine Adressliste hat, kann sie mit Werbung oder Phishing bewerfen. Das ist ärgerlich, aber begrenzt – der Schaden bleibt bei uns im System.
Die zweite ist der Ausgang, und die ist gefährlich. Wenn über unsere Server Spam nach draußen geht, landet unsere Domain auf Blocklisten. Danach kommt keine einzige Nachricht mehr an, auch keine legitime. Für einen Maildienst ist das kein Ärgernis, sondern das Ende.
Ausgehende Nachrichten werden nicht automatisch zugestellt
Das ist unsere wichtigste Maßnahme und gleichzeitig die unbequemste. Wenn du über das Formular eine Nachricht schreibst, geht sie nicht sofort raus. Sie wird in eine Warteschlange gelegt und erst nach einer Sichtung freigegeben.
Das kostet Zeit und ist für dich als Nutzer spürbar langsamer als bei anderen Anbietern. Wir halten den Tausch trotzdem für richtig: Ein automatischer Versand ohne Kontrolle wäre binnen Tagen von Spammern gefunden und ausgenutzt.
Gesperrte Aliase
Bestimmte Adressnamen sind bei uns gesperrt und lassen sich nicht anlegen. Dazu gehören Namen, die den Eindruck erwecken sollen, offizielle Absender zu sein – etwa Varianten von admin, support, billing oder Markennamen. Wer versucht, eine gesperrte Adresse zu registrieren, bekommt sie schlicht nicht.
Die Liste wächst, wenn uns neue Missbrauchsmuster auffallen. Sie ist bewusst nicht öffentlich, weil sie sonst als Bauanleitung zum Umgehen taugt.
Anhänge: gesperrte Dateitypen und Größenlimits
Ausführbare Dateien nehmen wir grundsätzlich nicht an. Blockiert sind unter anderem .exe, .bat, .cmd, .com, .scr, .msi, .jar, .vbs, .js, .ps1, .lnk und .reg – insgesamt rund vierzig Endungen, die klassisch zur Verbreitung von Schadsoftware genutzt werden.
Dazu kommen Größenbeschränkungen: 20 MB für ausgehende, 25 MB für eingehende Nachrichten. Das begrenzt sowohl den Missbrauch als Dateiablage als auch die Last auf unseren Servern.
Ein ehrlicher Hinweis: Eine Endungssperre ist kein Virenschutz. Sie hält die plumpen Fälle ab, nicht das in ein Archiv verpackte oder umbenannte Schadprogramm. Öffne Anhänge von Absendern, die du nicht kennst, grundsätzlich nicht.
Captcha auf allen Formularen
Adressanlage, Weiterleitung, Versand und Kontaktformular sind durch ein Captcha geschützt. Entscheidend ist dabei ein Detail, das erstaunlich viele Websites falsch machen: Die Antwort wird bei uns serverseitig gegen die Prüf-Schnittstelle des Anbieters verifiziert. Ein Captcha, das nur im Browser abgefragt und dann nicht geprüft wird, ist reine Dekoration – ein Skript umgeht es, indem es das Feld einfach weglässt.
Was ein Captcha leistet und was nicht, haben wir in einem eigenen Artikel auseinandergenommen.
Weiterleitungen nur mit Bestätigung
Eine Weiterleitung auf deine echte Adresse richten wir erst ein, nachdem du einen Bestätigungslink angeklickt hast. Ohne diesen Schritt könnte jeder eine fremde Adresse eintragen und sie mit weitergeleiteter Post zumüllen.
Jede weitergeleitete Nachricht enthält außerdem einen Abmeldelink. Ein Klick beendet die Weiterleitung sofort und dauerhaft, ohne Rückfrage und ohne Anmeldung. Zusätzlich hat jede Weiterleitung ein festes Ablaufdatum von höchstens sechs Monaten.
Feste Löschfristen
Was nicht gespeichert ist, kann nicht missbraucht werden. Eingegangene Nachrichten samt Anhängen löschen wir spätestens nach sieben Tagen, Zugriffsprotokolle nach 90 Tagen. Beides läuft automatisch, nicht auf Zuruf.
Wo unsere Möglichkeiten enden
Drei Dinge sagen wir lieber deutlich, als sie zu beschönigen:
- Postfächer sind nicht passwortgeschützt. Wer den Aliasnamen kennt oder errät, liest die Nachrichten mit. Das ist kein Fehler, sondern die Bauart eines Dienstes ohne Anmeldung. Nutze ihn deshalb nie für Vertrauliches.
- Ein Captcha stoppt keine Menschen. Es hält Skripte ab. Wer bereit ist, von Hand zu tippen, kommt durch. Deshalb die Sichtung vor dem Versand.
- Wir sehen nicht alles. Wir betreiben keinen Virenscanner und keine inhaltliche Vollprüfung eingehender Post. Was in deinem Postfach landet, kann alles Mögliche sein.
Missbrauch melden
Wenn dich eine Nachricht erreicht hat, die über unsere Infrastruktur gelaufen ist, oder dir etwas auffällt, schreib uns über das Kontaktformular. Hilfreich ist der vollständige Nachrichtenkopf – wie du an den kommst und was drinsteht, erklären wir in einem eigenen Beitrag.