Was ein Foto oder PDF im Anhang über Sie verrät

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Ein Foto zeigt, was darauf zu sehen ist. Ein Angebot als Word-Datei zeigt den Text. Das ist die eine Hälfte. Die andere steht in Feldern, die kein Programm von sich aus anzeigt, die aber jeder auslesen kann, der die Datei bekommt — und beim Verschicken per E-Mail geht die Datei unverändert mit.

Was in einer Datei mitreist, ohne sichtbar zu sein: Foto (JPEG) Textdokument (DOCX) Kamerahersteller und Modell Seriennummer des Geräts Aufnahmezeit auf die Sekunde Belichtung, Blende, Brennweite GPS-Koordinaten der Aufnahme eingebettetes Vorschaubild Verfasser und Firma „Zuletzt geändert von“ gesamte Bearbeitungszeit Anzahl der Überarbeitungen Pfad der verwendeten Vorlage Kommentare und Änderungen Nichts davon steht im sichtbaren Inhalt. Alles davon geht beim Anhängen mit.
Zwei hervorgehobene Zeilen richten in der Praxis den meisten Schaden an — und beide entstehen ohne Zutun des Verfassers.

Fotos: die Koordinaten sind das Problem

Kameras und Telefone schreiben in jede Aufnahme einen Datensatz namens EXIF. Der interessanteste Teil davon sind die Koordinaten, sofern die Ortung eingeschaltet war — und sie ist auf Telefonen häufig eingeschaltet, weil sie für die Sortierung nach Orten gebraucht wird.

Die praktischen Fälle sind alltäglich und dieselben:

  • Ein Foto des Fahrrads, das verkauft werden soll, aufgenommen im Hof. Die Koordinaten sind die der Wohnadresse.
  • Ein Beleg, fotografiert am Schreibtisch, geschickt an einen Bewerbungspartner.
  • Ein Bild aus dem Urlaub, das den genauen Ort und den Zeitpunkt verrät, an dem die Wohnung leer stand.

Ein zweiter, weniger bekannter Punkt ist die eingebettete Vorschau. Manche Bildbearbeitungen speichern beim Zuschneiden das alte Vorschaubild weiter mit. Was abgeschnitten wurde, ist dann in der Datei noch enthalten — kleiner, aber lesbar.

Wichtig zu wissen: Messenger-Dienste entfernen EXIF-Daten in aller Regel beim Hochladen, weil sie die Bilder ohnehin neu berechnen. E-Mail tut das nicht. Ein Anhang wird unverändert weitergereicht. Wer gewohnt ist, dass „das Bild ja sowieso bereinigt wird", verlässt sich auf ein Verhalten, das es hier nicht gibt.

Dokumente: das Feld, das die Herkunft verrät

Office-Dateien führen einen Satz an Eigenschaften mit, der beim Bearbeiten automatisch gepflegt wird. Zwei davon sind regelmäßig unangenehm.

„Zuletzt geändert von" trägt den Namen, der in der Installation eingetragen ist. Ein Angebot, das die Vertriebsabteilung als „individuell erstellt" verschickt, nennt darin womöglich den Namen des Kunden, für den dieselbe Vorlage vor zwei Wochen benutzt wurde. Ein Gutachten, das unabhängig sein soll, nennt den Auftraggeber.

Der Pfad der Vorlage enthält oft einen Benutzernamen und eine interne Ordnerstruktur — Auskunft über Organisation und Namensschema, die man in einer Datei nach außen nicht braucht.

Dazu kommen Kommentare und nachverfolgte Änderungen. Sie sind nicht versteckt, sondern nur ausgeblendet: Ein Empfänger, der die Anzeige umschaltet, liest die interne Diskussion mit. Der häufigste Fall ist ein Preisnachlass, der intern erwogen und wieder gestrichen wurde.

PDF: schwärzen ist etwas anderes als abdecken

Bei PDF-Dateien kommt ein eigener Fehler dazu, der immer wieder öffentlich vorgeführt wird: Ein schwarzes Rechteck über einer Textstelle entfernt den Text nicht. Es legt eine Zeichnung darüber. Der Text steht weiterhin darunter, lässt sich markieren, kopieren und mit jedem Werkzeug auslesen, das PDF-Text extrahiert.

Dasselbe gilt für weiße Rechtecke, für Textstellen, die mit weißer Schrift überschrieben wurden, und für Ebenen, die auf unsichtbar gestellt wurden.

Echtes Schwärzen entfernt den Inhalt und ersetzt ihn. Programme, die das können, nennen die Funktion ausdrücklich so. Wer nur ein Rechteck zeichnen kann, muss die Seite hinterher als Bild neu erzeugen — dann ist der Text tatsächlich weg, allerdings auch die Durchsuchbarkeit.

Zusätzlich führt jede PDF-Datei Angaben über das erzeugende Programm, Erstellungs- und Änderungszeit und häufig den ursprünglichen Dateinamen samt Pfad.

Wie man es entfernt

DateitypWeg
Fotos, einzelnRechtsklick, Eigenschaften, „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“ — unter Windows eingebaut
Fotos, vieleexiftool -all= *.jpg — entfernt sämtliche Zusatzfelder
Fotos, schnell und grobBildschirmfoto davon machen. Die Kopie hat keine Aufnahmedaten mehr.
Word, Excel, PowerPointDatei → Informationen → Auf Probleme überprüfen → Dokument prüfen
PDFDokumenteigenschaften bereinigen; zum Unkenntlichmachen die echte Schwärzungsfunktion, nicht das Rechteck

Eine Faustregel, die den größten Teil abdeckt: Wenn der Empfänger den Inhalt braucht, aber nicht die Datei, schicken Sie ein PDF statt des Originals — und wenn er auch das Layout nicht braucht, ein Bild oder Text.

Und in der anderen Richtung

Dieselben Felder sind beim Empfang nützlich. Eine angebliche Rechnung, deren Verfasser eine ganz andere Firma nennt, oder ein Foto, dessen Aufnahmezeit zwei Jahre vor dem angeblichen Ereignis liegt, entlarvt sich in den Eigenschaften — ganz ohne besondere Werkzeuge.

Dass Anhänge daneben noch aus einem anderen Grund gefährlich sein können, nämlich weil sie ausgeführt werden, steht in einem eigenen Artikel. Beide Blickwinkel gehören zusammen: Ein Anhang ist nie nur das, was man beim Öffnen sieht.